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Knoten und Stiche

Jeder Feuerwehrmann sollte alle nachfolgenden genannten Knoten beherrschen. Sowohl gelegt als auch gestochen. Gerade beim Retten und Selbstretten, wo es um Menschenleben geht, ist es erforderlich, dass alle Knoten auch richtig beherrscht werden. Daher ist das ständige Üben dieser Knoten für jeden Feuerwehrmann unumgänglich.



Mastwurf
Der Mastwurf dient zum Festlegen der Feuerwehrleine  an einer Stange, einem Pfahl usw. Er kann sehr vielseitig eingesetzt werden und ist sicher, insbesondere wenn er durch einen einfachen Schlag oder Spierenstich gesichert wird. Der Mastwurf kann auch mit doppelt genommener Leine gestochen oder gelegt werden.

Mastwurf stechen
  • einen Törn (halben Schlag) mit der laufenden Part fahren
  • über die stehende Part kreuzen
  • in die gleiche Richtung nochmals einen Törn fahren, dabei unter der stehenden Part des zweiten halben Schlags durchführen

Mastwurf legen:
  • die Arme kreuzen
  • mit beiden Händen die Leinen greifen
  • die Hände zurückziehen
  • die entstehenden Halbschläge hintereinanderschieben

Halbmastwurf
Der Halbmastwurf wird als dynamische Sicherung zum Abseilen, Halten oder Auffangen verwendet.

Halbmastwurf stechen:
  • eine Bucht durch den Karabiner oder die geschlossene Fangöse schieben
  • dann die laufende Part durch die Bucht stechen
Palstek
Der Palstek dient zur Herstellung einer nicht zuziehbaren Schlinge, z.B. als Bestandteil des Rettungsknoten am Körper oder zum sicheren Belegen von Booten. Er ist nur anwendbar mit einem freien Leinenende.

Halbmastwurf stechen:
  • in die stehende Part eine Schlaufe legen
  • die laufende Part  (von der Seite der stehenden Part = unten) durch die Schlaufe fahren
  • um die steheden Part und zurück (von oben) durch die Schlaufe fahren
  • mit der laufenden Part die Größe der festen Schlaufe festlegen und mit der stehenden Part den Knoten festziehen, und dabei darauf achten, dass der Knoten nicht kippt
  • nach dem Festziehen bleibt die Schlaufe fest und der Knoten kippt nicht mehr

Spierenstich
Mit dem Spierenstich lassen sich Knoten (z.B. Mastwurf, Palstek, ....) einfach sichern. Er dient zum Sichern einer Leine gegen Lösen.

Halbmastwurf stechen:
  • laufende Part an die stehende Part legen, nach unten eine Schlaufe in die laufenden Par legen
  • um die stehende Part von oben in die Schlaufe (Auge) stechen
  • festziehen






Achterknoten
Einfacher Schlaufenknoten. Zum Festlegen des Leindenendes am Auffanggurt und zum Herstellen einer Schlaufe in der Leine (um dort einen Karabiner einzuklinken) - mit doppelt genommener Leine.  Wird der Knoten in die einfache Leine gestochen entsteht eine Verdickung, die das unabsichtige Durchziehen der Leine durch eine Entsprechende Öffnung verhindern kann.

Halbmastwurf stechen:
  • mit der (doppelten) Leine eine Schlaufe legen
  • nochmals um die stehende Part in die Schlaufe fahren
alternativ
  • mit der (doppelten) Leine eine Schlaufe legen
  • die Schlafe nochmals drehen
  • das (doppelten) Ende durch die Schlaufe fahren
  • festziehen

Schotenstich
Der Schotenstich ist ein Knoten zum Verbinden zweier Leinen unterschiedlicher Stärke oder verschiedener Steifheit.

Halbmastwurf stechen:
  • in die erste (stärkere) Leine eine Bucht legen und als Auge halten
  • die zweite (dünnere) Leine unten durch des Auge stechen
  • dann um das Auge fahren und die laufende Part unter die eigene Part stechen und dabei aber über dem Auge bleiben
  • beide kurzen Tampen sollen auf der selben Site sein
alternativ
  • es kann eine Zugschlaufe stehengelassen werden, an der der Knoten auch unter Zug geöffnet werden kann

Kreuzknoten
Der Kreuzknoten dient zum Verbinden zweier gleicher Leinen bzw. der Enden der gleichen Leine. Er wird traditionell für das Binden von Verbänden und Schlingen verwendet. Nicht für (dickeres) Tauwerk verwenden, nicht stark und ruckartig belasten!

Halbmastwurf stechen:
  • in die erste Leine eine Bucht legen und als Auge halten
  • die zweite Leine von unten durch das Auge stechen
  • dann unten um das Auge fahren und die laufende Part wieder von oben durch das Auge stechen
  • beide laufenden Tampen müssen auf der selben Seite liegen
  • mit helben Halbschlag oder Spierenstich beide Seiten sichern
alternativ
  • man legt die beiden Seilenden übereinander und kreuzt diese untereinander durch (vgl. Schnürsenkel)
  • nun werden die beiden Seilenden entgegen dem normalen Schnürsenkelprinzip zurückgeführt und ineinander verschränkt.
  • Festziehen
  • beide laufenden Tampen müssen auf der selben Seite liegen
  • mit helben Halbschlag oder Spierenstich beide Seiten sichern

Halbschlag
Der Halbschlag dient zum Führen von Gegenständen in Zugrichtung und als Sicherung von Knoten und Stichen gegen unabsichtigtes Lösen.  Zum Stabilisieren von Geräten (u.a.  Saugleitung) und beim Hochziehen von Geräten (Feuerwehraxt, Strahlrohr mit Schlauchleitung).

Doppelter Ankerstich stechen:
  • mit dem Tampen um den Gegenstand und dann unter die stehende Part fahren
Doppelter Ankerstich slegen:
  • Schlaufe über den Gegenstand legen

Doppelter Ankerstick
Der doppelte Ankerstich ist ein sich selbst zuziehender und öffnender Feuerwehrknoten. Er ist leicht herzustellen und eignet sich bestens um Geräte und Schläuche zu sichern. Der doppelte Ankerstich wird zum Anschlagen der Leine an einem Ring  oder Bügel verwendet sowie beim Hochziehen von Geräten.

Doppelter Ankerstich stechen:
  • Einen Törn (halben Schlag) mit der laufenden Part fahren;
  • über die stehende Part kreuzen;
  • in entgegengesetzter Richtung nochmals einen Törn fahren;
  • dabei unter der stehenden Part des zweiten halben Schlags durchführen.

Doppelter Ankerstich legen:
  • eine Bucht legen und zurückklappen; 
  • die entstehenden Augen nach unten zusammenfassen

Zimmermannsschlag
Zum Transport langer Lasten (z.B. Balken). Zum Befestigen einer Mehrzweckleine am Saugkorb.

Doppelter Ankerstich stechen:
  • mit der laufenden Part eine Schlaufe (Auge) über die stehende Part bilden
  • mindestens drei Törns um die laufende Part fahren (nicht um die stehende Part!)
  • durch das Auge kann sich die Schlaufe um den Gegenstand festziehen

Rettungsknoten
Der Rettungsknoten ist eine Rettungsknoten mit Palstek und Spierentstich, welcher zur Rettung von Personen eingestezt wird.

Doppelter Ankerstich stechen:
  • die Rettungsleine wird so um den Nacken gelegt, dass das freie Leinenende den Boden berührt
  • beide Leinenteile werden unter der Achsel hindurchgeführt und auf dem Rücken gegenseitig verschlungen
  • beide Leinenteile wieder vor die Brust ziehen und dort straff sitzend mit einem Pahlstek verdinden
  • das freie Ende der Leine mit einem Spierenstich sichern